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Samstag, 6. Mai 2017

Anna bloggt: What's your two hour mark?

"Gerade ist einer einen Marathon in 2:00:25 gelaufen!", war der Satz den ich mir dachte, als ich vor wenigen Minuten sah, dass Eliud Kipchoge einen Marathon in 2:00:25 gelaufen ist. Und ich bin inspiriert. Ich bin verliebt. Ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen. Nicht etwa, weil einer einen Marathon in 2:00:25 gelaufen ist sondern, weil ich mir einbilde nachvollziehen zu können etwas zu schaffen, an das vorher niemand geglaubt hat.

Die letzten Wochen ist viel passiert. Polly und ich waren Zuschauer beim Düsseldorf Marathon, sind diverse Läufe gelaufen und es hagelte neue Schuhe. Es wurden neue Ziele gesteckt und neue Pfade bewandert. Es wurde Geburtstag gefeiert und Kuchen gegessen, wir entdeckten das praktische Laufen für uns, bei dem es hauptsächlich darum geht Dinge zu erledigen, die laufend gut erledigt werden können und (mal mehr, mal weniger) sind wir im Running-Flow gefangen und wollen am liebsten gar nicht mehr aufhören zu laufen (oder aber auch anfangen).

Das Laufen ist ein großer Teil meines Lebens geworden und ich habe festgestellt, dass die Sportart an sich schnell beflügelt aber auch schnell undankbar ist. Gerade eben erst habe ich mir ja den "Breaking2" angeschaut, bei dem alle drei Teilnehmer alles daran setzten einen Marathon in unter zwei Stunden zu finishen. Obwohl der am wenigsten Schnelle bei 2:14:XX ins Ziel kam, hatte ich direkt Mitleid und dachte mir: "Oh mein Gott, der Arme!" Das sind Gedanken die müssen nicht sein - ja natürlich, es ging um etwas und es hat nicht gut funktioniert, aber wisst ihr was? Ich denke ich würde meinen Marathon mit 6:50:59 Minuten finishen und wäre trotzdem den Tränen nah und würde mich wie eine Superheldin fühlen. Ich finde, dieses Gefühl gebührt jedem Läufer ganz egal wie weit er läuft oder wie lang (oder kurz) er dafür braucht. Es geht nicht um Zeiten und Wettkampf und Verbissenheit, sondern um Liebe, Ausgeglichenheit und Bock auf diesen Sport. Jeder der läuft, läuft so gut er kann und so gut wie er es möchte. Es stellt sich also nicht die Frage, ob ich einen Marathon in unter zwei Stunden finishen könnte, sondern was meine persönliche zwei Stunden Marke, mein persönliches Ziel ist.
An manchen Tagen ist es eben, meine Schuhe zu zu schnüren und vor die Türe zu gehen. An anderen Tagen ist es 10km zu laufen und an noch anderen Tage ist es mein Ziel, eine 6er Pace zu halten.
Ziele sind wandelbar. Ziele sind flexibel. Ziele sind individuell. Ziele sind dafür da um erreicht oder nicht erreicht und dann neu gesteckt zu werden. Ziele sind wichtig, um zu wissen wo ich hin möchte, doch ob ich letztendlich dort ankomme kann mir niemand, am wenigsten ich selbst, versprechen. Denn wer weiß? Vielleicht gibt es auf dem Weg zum Ziel viel größeres zu erleben!

Anna

Montag, 21. November 2016

Polly bloggt: Wenn Regen und die Motivation anderer wehtun

Es ist sehr herbstlich-ekelig geworden. Jeder Gang vor die Türe, und sei es nur zum Müll runterbringen, wird zu einem Akt der Überwindung. Auch das Laufen, welches bislang soviel Freude gemacht hat, wird zum Kampf gegen den Schweinehund. Und wenn man es dann doch geschafft hat und draußen war, sollte man stolz sein. Ist man aber nicht! 
Ich treffe auf meiner Runde wirklich viele Läufer. Viele von denen bringen es wirklich fertig, mit kurzer Hose loszuziehen. Ich hingegen trage bereits einen Schal, schon seit Mitte September. Keiner von den Läufern verzieht das Gesicht, niemand sieht so aus, als würde das Wetter irgendwie stören. Ich hingegen ziehe eine richtig lange Fluppe, während mir so der Regen volle Suppe ins Gesicht fliegt. Das ist ekelig! Ich kann das nicht leiden! Wenn ich den Kopf nach unten nehme, starre ich nur auf den Boden unter mir. Geile Aussicht! Wenn ich dann noch in eine Pfütze trete und meine Füße dann nass werden und die Socken so schmatzen...woah. Wanna see the world burn! 
Und dann passiert noch genau das, was zu meiner Schlechtwetterlaune auch noch mein Ego beschmutzt. Irgendjemand überholt mich. Letztens hat mir noch jemand aufmunternd auf die Schulter geklopft. Was bist du für ein Übermensch!? Lass mich und meine schlechte Laune weiterlaufen, aber geh mir nicht auf den Sack mit unangebrachten Gesten der Motivation. Lass mich doch schlecht drauf sein. Ich laufe doch trotzdem! Ich bin auch immer froh, wenn ich Zuhause ankomme und sich die Wärme Dusche so richtig verdient anfühlt. Aber diese schnellen und super motivierten Menschen, finde ich einfach schlimm. 
Da wird mit Floskeln um sich geworfen, die mir das Mittagsessen zurückholen. 
Beispiel gefällig?
"Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!"
"Immer dran denken, Regen ist gut für die Haut."
Ja? Wirklich? Diese verseuchte Brühe ist bestimmt nicht gut für die Haut, erst Recht nicht, wenn sie mir in Kombination mit kaltem Wind gefühlt die Haut vom Gesicht schält!
Aber trotzdem bleibe ich dran. Ich ziehe mir trotzdem die Schuhe an und die Regenjacke (und auch eine Hose) und laufe los. Nicht super schnell, nicht gut gelaunt, aber ich laufe. Und ich finde auch nicht schlimm, wenn man mal zugibt, dass man keine Lust hat oder einen das draußen sein nervt. Solange man dann trotzdem raus geht, ist doch alles gut. Aber ehrlich mit sich selbst sein, ist eben auch gut und ich kann halt nicht lachen, wenn ich eigentlich heulen will.

Natürlich ist das sonnige, kalte Wetter dann immer ein bisschen Belohung und Entschädigung für die Ekeltage...dann ist der Wald schön und die Luft klar. 
Und dann macht es nichts mehr, sich Zeit zu lassen und überholt zu werden. Dann kann man auch mal ein Stück gehen und einfach das Draußen genießen.

In diesem Sinne,
bis bald! 
Polly

Achja, wenn ihr was Gutes tun wollt, unterstützt doch Christian Gürnth beim Wings for life run in München. Wer nicht mitlaufen kann, kann trotzdem supporten!
Spendenlink: 
http://bit.ly/chriswfl

Sonntag, 13. November 2016

Anna bloggt: Vor lauter Laufen die Kunst vergessen.

Ab und zu erschrecke ich mich vor mir selbst. Das passiert immer dann, wenn ich mich in eine Sache so sehr verbeiße, oder es zumindest versuche, dass ich andere Dinge vollkommen außer acht lasse.
Und das ist mir ungefähr das ganze Jahr lang passiert. Es gibt viel zu tun und das Leben ist irgendwie in dauerhaftem Umbruch. Ich verlasse die Wohnung morgens früh und kehre abends spät nach Hause zurück - dann schnüre ich meine Laufschuhe und renne meist los, wie von einer Tarantel gestochen. Irgendwann gegen 21.00 Uhr oder später, trudel ich dann wieder hier ein, esse schnell etwas und verschwinde in mein Bett, damit der nächste Tag wieder genauso starten kann.

Wenn ich dann so durch meine Woche gerannt bin, denn nichts anderes tue ich in übertragenem Sinne, folgt das Wochenende an dem ich alles tue, was ich unter der Woche nicht schaffe. Ich versuche krampfhaft auszuschlafen und dann ein schönes, leckeres Frühstück zu genießen. Dann lege ich auf der Couch die Beine hoch und bilde mir ein, dass das der einzig wahre Weg der Entspannung ist - so machen es doch alle anderen auch?

Im Endeffekt ist das natürlich alles kompletter Quatsch. Ich fühle mich im Grunde dauergestresst und dauerunruhig und möchte das natürlich krampfhaft ändern. Funktioniert das? Nein, tut es nicht!
Und so bin ich dieses Wochenende mal ganz anders angegangen. Glücklicherweise schien die Sonne, so dass sich meine Laune ausnahmsweise mal nicht auf einem heulerischen Tiefpunkt befand. Also packte ich Freund und Kamera ein, fuhr in meine Lieblingsstadt und spazierte durch meinen Lieblingswald. Die Sonne überflutete die kalte Winterluft mit ihren warmen Strahlen. Mein Atem wurde in der Kälte sichtbar und Ruhe breitete sich in meinem Inneren aus. Endlich Ruhe.
Ich möchte mit diesem Beitrag eigentlich gar nichts großartiges leisten, sondern nur einmal kurz daran erinnern, dass es unmöglich ist beim Laufen in Ruhe seine Umgebung zu erkunden und seine Umwelt bewusst wahrzunehmen. Nehmt euch Zeit zum Leben und rennt nicht vor dem Leben davon. Lernt die kleinen Momente und Dinge in eurer Umwelt zu schätzen. Seht eure Umwelt so, wie vielleicht kein anderer sieht. Entdeckt Details und kommt zur Ruhe, damit ihr im nächsten Moment wieder voller Energie starten könnt. Macht eure Ruhe zu eurem Ausgleich von der Hektik des Alltags und rennt nicht vor eurem Alltag davon.

Einen schönen Sonntag wünsch ich euch,
Anna


Donnerstag, 3. November 2016

Polly bloggt: Durch Entschleunigung zu sich zurück finden...


Noch immer beflügelt von dem wunderbaren Lauf an Halloween, lief ich in dieser Woche Dienstag gleich wieder drauf los. Immer im Hinterkopf verfolgte mich die neu errungene Bestzeit, die ich dank Kathas Motivationsreden vor jedem Berg gelaufen war. Dick eingepackt ging es also gleich morgens in die Kälte. Ich war schnell, ich war motiviert und ich war nach 2km vollkommen hinüber, hatte Halsschmerzen und ein fieses Brennen in den Bronchien und den totalen Hitzestau unter den Klamotten. Weitere 1,5km später war ich endlich wieder Zuhause, total frustriert, überhaupt nicht zufrieden und mich völlig krank fühlend. Nach einem ausgiebigen Eukalyptusbad ging es also mit Tee und Decke auf die Couch. Mieser Feiertag! Doch wieder krank! Alles scheiße!
Am Mittwoch habe ich also eine Pause eingelegt, meinen Hals gepflegt und mich damit sehr gut gefühlt.
Heute war es dann auch schon wieder gut und so hatte ich mir fest vorgenommen, eine langsame und konzentrierte Runde um "die Häuser" zu drehen. Trotz des langen Tages in der Uni, einer furchtbaren Zugfahrt und dem sich zuziehenden Himmel war ich immer noch entschlossen, die Sportklamotten anzuziehen.
Was soll ich sagen. Manchmal spielt der Zufall einfach mit. Ich hole mal ein wenig aus.
Mein Nachbar, ein ehemaligen Bodybuilder, mitte 50, total ehrlich aber auch sehr nett, hatte mir vor einem Jahr sehr geholfen, wieder ins Training zu finden. Zu dieser Zeit hatte ich starke Schmerzen in meinem rechten Knie, da die Kniescheibe sich immer wieder verschiebt und sich dadurch schon mächtig am Knorpel abgerubbelt hat. Jedenfalls war Muskelaufbautraining notwenig. Ich war unmotiviert, wusste nicht recht, was ich vom Fitnessstudio halten soll und hatte auch keine Ahnung, welche Übungen mir helfen können (Es sei gesagt, zu dieser Zeit hatte ich noch keinen Physiotherapeuten an meiner Seite). Der liebe Herr Nachbar hat sich der Probleme angenommen, mir einen Plan erstellt und Übungen gezeigt. Es war wirklich super. Gemeinsam haben wir später nicht nur an meiner Gesundheit, sondern auch an meiner Figur gearbeitet. Schwupsiwupsi waren die Kilos, die ich mir drauf gefuttert habe, als ich mir dem Rauchen aufhörte, wieder abtrainiert. Irgendwann kam ich allein zurecht und man nachbarte wieder so vor sich hin, unterhielt sich im Flur und alles war gut.
Heute stand er grade am Auto, als ich grade genervt von der Uni nach Hause kam. Man hielt seinen nachbarschaftlichen Tratsch und er fragte mich, wo ich denn immer so laufen gehe. Nach langem "blabla... hier und da... dumdidum", beschlossen wir spontan, uns in einer Stunde zu treffen und laufen zu gehen. Ich muss gestehen, ein bisschen Angst hatte ich schon. Außer Form, ein bisschen schnupfig und müde vom Tag würde er mir bestimmt davon laufen. Aber nix! Ich bin noch nie so entspannt unterwegs gewesen. 6.49km in 54 Minuten sind wirklich nicht schnell, aber ich war so zufrieden nach diesem Lauf, habe mich gesund gefühlt und voller Energie.
Wir liefen durch den Stadtwald, ein Terrain durch das ich mich nicht wage, wenn es bereits dunkel ist. Zu zweit in die Dämmerung zu joggen war wirklich schön. Die Düfte und das Knistern vom Laub unter den Füßen haben mir einfach mehr gegeben, als es eine neue Bestzeit es je könnte. Zumindest im Moment. Mit einem Highfive beendeten wir unsere Einheit und dehnten uns noch. Neben uns ein Laternenumzug vom Kindergarten um die Ecke. So, so toll! Noch ein leckeres Abendessen hinterher geschoben...perfekt!

Mir stellt sich nun die Frage, was denn eigentlich wichtig ist?
Schnelligkeit und stetige Verbesserung oder ein Wohlfühlen?
Ich denke beides ist miteinander zu verbinden, aber alles im Leben hat eben seine Zeit. Meine Zeit für schnelle Läufe und Zeitziele ist einfach grade nicht. Grade will ich einfach noch viel mehr von dem, was ich heute hatte. Nicht immer zu zweit, gern auch allein. Und ich möchte das, was ich heute hatte in viiiiel Länger. Langzeitziel sind die 21km.
Natürlich spornt mich der Wettbewerbsgedanke total an. Ich bin gern die Beste und die Schnellste, aber nicht auf Kosten meines Wohlbefindens. Jetzt ist es einfach schön, Ziele ohne Stress zu erreichen. Sind die erreicht, kann ich sie noch immer ausbauen. Solange jage ich der Zufriedenheit von meinem ersten Lauf nach und solange ich das mit jeder Sporteinheit erreiche, mache ich im Training alles richtig. Finde ich zumindest.

Also dann, auf die nächste, erfolgreiche Jagd.
Polly

Anna bloggt: Laufen, wann es passt.

In meinem Leben gibt es Tage, die ziemlich voll sind. Tage wie heute, die mich um 07.30Uhr aus dem Haus scheuchen und mich um 20.30Uhr wieder in selbigem willkommen heißen.
Das sind Tage wie heute, an denen ich alles unter einen Hut bringen muss und mich dann abends meistens platt und hungrig fühle. Es heißt schließlich: Schule, manchmal ein wenig Spielraum um kurz nach Hause zu fahren und die Bude in Ordnung zu bringen, um anschließend sofort wieder los zur Arbeit zu fahren.
Die Arbeit macht mir Spaß, aber sie verlangt mir auch viel ab: Aufmerksamkeit, Verantwortung, Konzentration und Ausdauer. Wenn ich dann abends nach Hause komme fühle ich mich meistens platt, bin müde und dementsprechend unzufrieden und unausstehlich. Da ist es ziemlich schwer sich aufzuraffen, die Laufklamotten an und in die angebrochene Nacht hinauszuziehen. Kälte, Nässe und Dunkelheit machen das alles natürlich nicht viel einfacher.

Heute und auch schon gestern war es so, dass ich spontan beschlossen habe etwas auszuprobieren. Ich habe meinen Rucksack mit Wechselklamotten fertig gemacht, habe meine Laufsachen angezogen und bin zur Arbeit gelaufen. Runtastic sagt, es sind 2,7km. Auf der Arbeit habe ich mich dann so gut es ging umgezogen, in warme Sachen und nach Arbeitsschluss, bin ich dann wieder zurück gelaufen.
Das heißt im Umkehrschluss, dass wenn ich durch das elende Wetter nach Hause gerannt bin, direkt unter die Dusche springen darf, meinen Schlafanzug anziehe und mich sofort in mein Bett verkrümel.
Wenn ihr mich fragt, klingt das ganz großartig.

Der Nachteil ist allerdings wirklich, dass ich den Rucksack voller Wechselsachen mit mir rumschleppen muss. Das macht mich natürlich für's Erste nicht unbedingt schneller.

Finde deinen Weg,
Anna

Dienstag, 1. November 2016

Pollys Erfahrungsbericht: Imperial Halloween Run 2016 oder "Mein Lauf in die Kettensäge".

Gestern war es endlich soweit. Der lang ersehnte Halloween Run im Landschaftspark Nord wollte endlich gelaufen werden. Ich war einigermaßen aufgeregt und voller Vorfreude. Dies sollte mein erster, gemeinsamer Lauf mit der Cwester werden. So, so großartig. Nur für diesen Lauf habe ich überhaupt angefangen die Laufschuhe zu schnüren und zu üben. Das dieser kleine Spaßlauf und die Vorfreude darauf nun wirkliche Auswirkungen auf den gesamten Lebensstil haben, konnte Mitte August wirklich niemand ahnen. Aber erstmal alles auf Anfang. 
Der Tag begann sehr stressig und anstrengend, denn ich musste, wie viele andere auch, erstmal früh aufstehen und zur Arbeit düsen. Viel zu müde und hungrig verbrachte ich meinen gesamten Vormittag also im Blumenladen und habe es kaum abwarten können endlich in den Feierabend zu starten. Jetzt nur noch schnell einkaufen (heute, einen Feiertag später, weiß ich, "schnell einkaufen" funktioniert einen Tag vor Feiertag nicht), passend zum Anlass Kürbissuppe kochen und dann auch schon umziehen. Aber was? Die einfache Laufhose, die Thermolaufhose, eine kurze Hose? Wieviele Pullis werde ich wohl brauchen? Also nochmal schnell telefoniert und das Outfit der anderen erfragt. Und los! Neue Rekordzeit beim Hosenwechsel!
Katha und ihr Freund standen bereits vor der Tür und haben mich erwartet, da kann ich schlecht trödeln.
Im Auto haben wir dann schon überlegt, ob wir überhaupt den Weg finden, pünktlich kommen und ob es wohl sehr voll sein wird.
Angekommen (den Weg haben wir also gefunden) haben wir festgestellt, dass es schon sehr voll ist. Trotzdem haben wir einen Platz in der Nähe gefunden und sind dann recht schnell mitten in das Durcheinander und das schönste Strahlen Duisburgs gelangt. Ich kann es mir eigentlich nicht so recht erklären. Vielleicht ist es bei den Ruhrpottkindern genetisch. Wenn ich abends im Landschaftspark bin, verliebe ich mich immer wieder neu in die massiven Hochöfen. Ich mag so sehr, wie die Natur sich zwischen der Industrie durchsetzt. Der Landschaftspark ist einfach Liebe, seit der Kindheit.
Trotz des Gewusels haben wir schnell unsere Startnummer bekommen und es blieb sogar noch ein wenig Zeit für ein paar richtig coole Bilder von uns in den Kostümen.
Katha und ich, die super Sucher des Hauses Gryffindor und "der Freund" als Schnatz. Klar, dass die Aufteilung so ausfallen musste, der Herr in der Runde ist ja auch super schnell!

Nachdem die Kinder um 18 Uhr gestartet sind, haben Katha und ich vorsorglich nochmal das Klöchen gesucht. Wirklich, wir mussten suchen. Es war ja auch dunkel, da wo das Klo war. Ohne diesen äußerst wichtigen Gang hätte ich auch nicht an den Start gehen können. Es gibt nichts krampfigeres, als mit voller Blase zu laufen und sich die ganze Zeit Gedanken über das schwappende Pipi zu machen. NÄ!
Also dann, ab an den Start, ein seltsames Warm-Up mitmachen und LOS! Erstmal spazieren, weil man eh nicht laufen kann. Da wir recht mittig standen, lies das flotte Joggen also noch auf sich warten. In der Mitte hatten wir uns übrigens platziert, weil wir dachten, dass wir nicht die Langsamsten, aber auch nicht die Schnellsten sind. Als wir dann endlich ans Laufen kamen, war Katha plötzlich vor mir und ihr Freund und ich versuchten an den Massen vorbei aufzuschließen. Dann war Katha bei mir und unser Schnatz weg. So machen sie das eben, die kleinen Goldkügelchen. Leider wurde es dann erstmal unangenehm. Wir wurden oft geschnitten, überholt und es war stellenweise recht eng. Nach dem ersten Kilometer wurde das Feld aber dünner und wir hatten endlich Platz und konnten entspannt unser Tempo halten. Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. An der Strecke hatte man einen Feuerspucker positioniert. Wirklich ein echter Hingucker diese Flammen in der Dunkelheit. Überhaupt waren überall Fackeln und Grablichter. Sehr atmosphärisch. Weiter ging es dann nach ca. 2 Kilometern mit einem Kettensägenmenschen. Und weil ich dachte, das Brummen der Säge wäre hinter mir, bin ich schneller gelaufen, direkt auf ihn zu. Das war doof. Aber es gab zum Glück viel Platz und reichlich warnende, vorausschallende Schreie. Also alles super cool. Später liefen wir noch an Trommlern vorbei.
Dann kam er, DER BERG. Die Strecke hat ohnehin ihre Steigungen und oft wollte ich gehen, denn der Schnupfen und der letzte Rest Erkältung sind einfach mitgelaufen. Katha hat mich aber immer wieder motiviert und so auch an diesem Berg. "Lauf auf den Fußspitzen", sagte sie mir noch, worauf ich nur patzig antworten konnte. Aber wir liefen ihn auf Fußspitzen hoch, vorbei an den gehenden Menschen. Und wir kamen oben an und waren stolz! Aber es konnte keiner von uns etwas lobendes sagen und seine Freude mitteilen, denn uns war auch sehr schlecht. Also blieben die Münder geschlossen. Erst einige Meter weiter haben wir wieder gesprochen. Wir sagten uns nämlich, dass uns gerade richtig schlecht war.
Die letzte Etappe ging dann recht schnell. Es ging ja auch Berg ab. Wir sind sehr vorsichtig gelaufen und haben auf die Warnhinweise geachtet. Andere taten dies nicht und stürzten.

An dieser Stelle mal ganz kurz gemoppert.
1) Wenn ihr wisst, ihr seid schnell, stellt euch nach vorn und überholt und schneidet die anderen Läufer nicht. Das ist gefährlich, unnötig und sehr unsportlich!
2) Wenn man euch warnt langsam einen Schotterweg hinunter zu laufen, dann lauft langsam. Ich habe keine Lust über eure Körper zu fallen, die dann so doof im Weg rumliegen.
3) Es war ein Spaßlauf. Kein Wettkampf! Und auch bei einem Wettkampf achtet man auf seine Mitmenschen. Leute wat is mit euch?!

Na jedenfalls war ich auf den letzten 500 Metern plötzlich wie beflügelt. Ich sah das Ziel, ich wollte da durch und lief schneller. Gemeinsam mit Katha bin ich über die Ziellinie gerannt. Wir haben beide gestrahlt, waren glücklich, stolz und nass geschwitzt in unserem Sucheroutfit.

Ja, die 5km sind wir schon öfter gelaufen, aber das Gefühl gestern war ein anderes. Einfach total gut!
Die Versorgung war auch super. Trotz der Menschenmassen bekamen wir schnell etwas zu trinken und Obst. Wirklich sehr gut. Anstelle einer Medaille, wie angekündigt, gab es eine Mini-Plastik Taschenlampe. Aber hey! Ich persönlich brauche keine Medaille. Das ist völlig okay.

Insgesamt war es eine schöne, erste Erfahrung. Ich halte meine erste Startnummer in Ehren und bin stolz wie Bolle. Und das alles nur, weil die Cwester gefragt hat. Ach ... soviel Liebe.

So! Bis ganz bald mal!
Polly

Annas Erfahrungsbericht: Imperial Halloween Run 2016

Gestern war es tatsächlich soweit und unser erster gemeinsamer Lauf stand vor der Türe: der "Imperial Halloween Run" im Landschaftspark Nord. Zu zweit machten wir uns auf den Weg, um Polly zu Hause einzusammeln. Dort angekommen, zog ich mir noch im Auto mein Kostüm an: Quidditchspieler, um genau zu sein Sucher, wer denn auch sonst? Denn genau das war der gemeinsam ausgeheckte Plan: Polly und ich, die Sucher, verfolgen den goldenen Schnatz. Diese wunderbare Rolle übernahm der Freund, weil der eben viel schneller ist.
Nachdem Polly abgeholt war, machten wir uns auch schon auf dem Weg zum Landschaftspark, wo es dann hinterher ein ziemliches Gewusel war. Trotzdem sah einfach alles atemberaubend aus. Wir, als Pottkinder, stehen glaub ich beide sehr auf diese Industrie, die Hochöfen und die Vergangenheit die in diesen steckt.
Wir holten uns unsere Startnummern ab, bereiteten uns vor und machten noch ein paar Fotos bei Tageslicht, denn 20 Minuten später war es, als hätte jemand das Licht ausgeschaltet.
Eigentlich wollten wir uns gern den Start der Bambinis anschauen, da wir jedoch alle nochmal Dinge erledigen mussten, haben wir den Start leider verpasst.
Wir begaben uns auch schon mal auf die Strecke, denn Gott sei dank sind Start und Zielgerade voneinander getrennt. Nach und nach gesellten sich einige weitere Läufer zu uns. Einige in ganz normalem Läuferoutfit, andere in fast schon atemberaubenden Kostümen. Krass!

Am Start wartend, wurde die Aufregung größer und größer - zumindest bei mir. Tausende Fragen prügelten sich in meinem Kopf umeinander: "Springt jemand aus dem Gebüsch? Werde ich einen Herzinfarkt kriegen? Werde ich schreiend und panisch eine neue Bestzeit laufen?" Ich konnte es mir richtig vorstellen, wie ich, die Arme hochgerissen, schreiend ins Ziel renne und dort zusammen klappe. Denn leider habe ich die Tatsache, dass es an Halloween ja doch meist gruselig wird, ein wenig außer acht gelassen.

Nach einem kurzen und wirklich nicht besonders spektakulären Warm-Up, stellten sich die meisten Läufer in Position. Wir waren eher noch ein wenig wirr, positionierten uns jedoch auch irgendwie und dann ging es los. Alle zählten von 10 runter und dann? Es ging los.
Viele stellen sich ja bei so einem Lauf vor, dass es nach dem Startschuss direkt los geht. Dies ist jedoch in den meisten Fällen einfach nicht der Fall. Alle knubbeln sich über die Startlinie und dann verbringen alle den nächsten Kilometer damit, sich irgendwie zurecht zufinden.

Kurz nach der Startlinie liefen wir los. Freund und Polly hinter mir, aus welchem Grund auch immer und links von mir ein Schlagloch, in welches ich natürlich sofort tritt. Ein Glück, dass nichts passiert ist - das wär ja ein kurzes Vergnügen geworden.
Es ging zwischen den Hochöfen hindurch in die nähere Umgebung. Ein kleines Gefälle hinunter und dann direkt nach Rechts ins Dickicht. Zur Absperrung standen Fackeln und Grablichter bereit. Es war eine tolle Atmosphäre.
Schwierig auf dem ersten Kilometer war für mich, dass die schnellen Läufer von hinten alle überholten und auch auf engen Wegen keine Rücksicht auf Verluste nahmen. Ich war wirklich kurz genervt, da es ja absolut duster und eng war. Undzwar viel zu eng um wirklich zu überholen. Die Frage die aufplöppte: "Wenn ich weiß, dass ich so schnell bin, wieso ordne ich mich dann nicht weiter vorne ein?"
Aber nun gut, es lockerte sich dann irgendwann auf und ab da war es dann tatsächlich auch sehr schön. Mit meiner Taschenlampe leuchtete ich uns den Schotterweg und zu unserer Erleichter- und Verwunderung, sprangen keine Zombies, Geister oder Massenmörder einfach so aus Büschen. Bei Meter 1500, liefen wir alle durch einen Tunnel an dessen Ende ein Mann mit einer Kettensäge auf uns wartete. Danach kam dann der erste Berg, an dem wir Motte mit ihrem Vater kennenlernten, der uns sagte, dass wir schon über die Hälfte geschafft hatten. Super gut, das Ziel ist schon nahe. Uns trennten an dieser Stelle nur noch ungefähr alle Berge, die es im Landschaftspark gibt.
Ein wirklich tolles Bild war, als die meisten Läufer den Berg schon geschafft haben. Wir, die noch unten an der Böschung liefen, hatten einen tollen Blick auf eine glitzernde und leuchtende, funkelnde Läuferschlange im Wald. Vor dem ersten, richtigen Berg, heizte uns eine Samba-Gruppe aus Essen richtig ein. Ich war direkt motiviert und habe dies natürlich auch direkt an Polly weitergegeben: "Den Berg schaffen wir locker!"
Oben angekommen ging es eine zeit lang flach weiter, bevor es wieder ein Stück nach unten ging. Und dann? Dann kam der Todesberg.
Ich hörte von neben mir: "Den Berg geh ich!" Komplett übermotiviert und die Situation überhaupt nicht gut einschätzend erwiderte ich: "Wir sind schon fast am Ziel! Wir laufen den Berg, das schaffen wir!" UND WIR LIEFEN DEN BERG! Nachdem wir oben angekommen waren, war mir erstmal richtig schlecht, aber wir blieben beide dran. Mega gut! Allein das war eine tolle Leistung.
Ich schätze es war auf den letzten 700 Metern, als es einen Berg wieder hinunter ging. Der Berg war steil und überall standen Schilder, die auf gedrosselte Geschwindigkeit hinwiesen, was die meisten Läufer auch wirklich gut umgesetzt haben (Polly, you know what I'm talking about!).

Dann ging es auf die Zielgerade. Hier merkte ich, dass ich viel mehr Outfit anhatte als sonst. Mir war unglaublich warm und schwitzig zu Mute. Polly rannte schon fast voraus, ich rannte hinterher und gemeinsam überquerten wir nach 35 Minuten und 12 Sekunden die Ziellinie.

Was für ein Lauf!
Mir persönlich hat es sehr gut gefallen. Es war wirklich mal etwas anderes in Mitten von Fackeln und Grablichtern zu laufen. Und ich bin dankbar. Dankbar dafür, dass mich niemand zu Tode erschreckt hat. Dankbar dafür, dass Team Gryffindor gemeinsam über die Ziellinie gelaufen ist und dankbar dafür, dass wir den goldenen Schnatz-Freund nicht gekriegt haben. Denn wenn der Schnatz nicht gefangen wird, dann ist es auch noch nicht vorbei.

In diesem Sinne: Happy Running!
Anna