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Dienstag, 1. November 2016

Pollys Erfahrungsbericht: Imperial Halloween Run 2016 oder "Mein Lauf in die Kettensäge".

Gestern war es endlich soweit. Der lang ersehnte Halloween Run im Landschaftspark Nord wollte endlich gelaufen werden. Ich war einigermaßen aufgeregt und voller Vorfreude. Dies sollte mein erster, gemeinsamer Lauf mit der Cwester werden. So, so großartig. Nur für diesen Lauf habe ich überhaupt angefangen die Laufschuhe zu schnüren und zu üben. Das dieser kleine Spaßlauf und die Vorfreude darauf nun wirkliche Auswirkungen auf den gesamten Lebensstil haben, konnte Mitte August wirklich niemand ahnen. Aber erstmal alles auf Anfang. 
Der Tag begann sehr stressig und anstrengend, denn ich musste, wie viele andere auch, erstmal früh aufstehen und zur Arbeit düsen. Viel zu müde und hungrig verbrachte ich meinen gesamten Vormittag also im Blumenladen und habe es kaum abwarten können endlich in den Feierabend zu starten. Jetzt nur noch schnell einkaufen (heute, einen Feiertag später, weiß ich, "schnell einkaufen" funktioniert einen Tag vor Feiertag nicht), passend zum Anlass Kürbissuppe kochen und dann auch schon umziehen. Aber was? Die einfache Laufhose, die Thermolaufhose, eine kurze Hose? Wieviele Pullis werde ich wohl brauchen? Also nochmal schnell telefoniert und das Outfit der anderen erfragt. Und los! Neue Rekordzeit beim Hosenwechsel!
Katha und ihr Freund standen bereits vor der Tür und haben mich erwartet, da kann ich schlecht trödeln.
Im Auto haben wir dann schon überlegt, ob wir überhaupt den Weg finden, pünktlich kommen und ob es wohl sehr voll sein wird.
Angekommen (den Weg haben wir also gefunden) haben wir festgestellt, dass es schon sehr voll ist. Trotzdem haben wir einen Platz in der Nähe gefunden und sind dann recht schnell mitten in das Durcheinander und das schönste Strahlen Duisburgs gelangt. Ich kann es mir eigentlich nicht so recht erklären. Vielleicht ist es bei den Ruhrpottkindern genetisch. Wenn ich abends im Landschaftspark bin, verliebe ich mich immer wieder neu in die massiven Hochöfen. Ich mag so sehr, wie die Natur sich zwischen der Industrie durchsetzt. Der Landschaftspark ist einfach Liebe, seit der Kindheit.
Trotz des Gewusels haben wir schnell unsere Startnummer bekommen und es blieb sogar noch ein wenig Zeit für ein paar richtig coole Bilder von uns in den Kostümen.
Katha und ich, die super Sucher des Hauses Gryffindor und "der Freund" als Schnatz. Klar, dass die Aufteilung so ausfallen musste, der Herr in der Runde ist ja auch super schnell!

Nachdem die Kinder um 18 Uhr gestartet sind, haben Katha und ich vorsorglich nochmal das Klöchen gesucht. Wirklich, wir mussten suchen. Es war ja auch dunkel, da wo das Klo war. Ohne diesen äußerst wichtigen Gang hätte ich auch nicht an den Start gehen können. Es gibt nichts krampfigeres, als mit voller Blase zu laufen und sich die ganze Zeit Gedanken über das schwappende Pipi zu machen. NÄ!
Also dann, ab an den Start, ein seltsames Warm-Up mitmachen und LOS! Erstmal spazieren, weil man eh nicht laufen kann. Da wir recht mittig standen, lies das flotte Joggen also noch auf sich warten. In der Mitte hatten wir uns übrigens platziert, weil wir dachten, dass wir nicht die Langsamsten, aber auch nicht die Schnellsten sind. Als wir dann endlich ans Laufen kamen, war Katha plötzlich vor mir und ihr Freund und ich versuchten an den Massen vorbei aufzuschließen. Dann war Katha bei mir und unser Schnatz weg. So machen sie das eben, die kleinen Goldkügelchen. Leider wurde es dann erstmal unangenehm. Wir wurden oft geschnitten, überholt und es war stellenweise recht eng. Nach dem ersten Kilometer wurde das Feld aber dünner und wir hatten endlich Platz und konnten entspannt unser Tempo halten. Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. An der Strecke hatte man einen Feuerspucker positioniert. Wirklich ein echter Hingucker diese Flammen in der Dunkelheit. Überhaupt waren überall Fackeln und Grablichter. Sehr atmosphärisch. Weiter ging es dann nach ca. 2 Kilometern mit einem Kettensägenmenschen. Und weil ich dachte, das Brummen der Säge wäre hinter mir, bin ich schneller gelaufen, direkt auf ihn zu. Das war doof. Aber es gab zum Glück viel Platz und reichlich warnende, vorausschallende Schreie. Also alles super cool. Später liefen wir noch an Trommlern vorbei.
Dann kam er, DER BERG. Die Strecke hat ohnehin ihre Steigungen und oft wollte ich gehen, denn der Schnupfen und der letzte Rest Erkältung sind einfach mitgelaufen. Katha hat mich aber immer wieder motiviert und so auch an diesem Berg. "Lauf auf den Fußspitzen", sagte sie mir noch, worauf ich nur patzig antworten konnte. Aber wir liefen ihn auf Fußspitzen hoch, vorbei an den gehenden Menschen. Und wir kamen oben an und waren stolz! Aber es konnte keiner von uns etwas lobendes sagen und seine Freude mitteilen, denn uns war auch sehr schlecht. Also blieben die Münder geschlossen. Erst einige Meter weiter haben wir wieder gesprochen. Wir sagten uns nämlich, dass uns gerade richtig schlecht war.
Die letzte Etappe ging dann recht schnell. Es ging ja auch Berg ab. Wir sind sehr vorsichtig gelaufen und haben auf die Warnhinweise geachtet. Andere taten dies nicht und stürzten.

An dieser Stelle mal ganz kurz gemoppert.
1) Wenn ihr wisst, ihr seid schnell, stellt euch nach vorn und überholt und schneidet die anderen Läufer nicht. Das ist gefährlich, unnötig und sehr unsportlich!
2) Wenn man euch warnt langsam einen Schotterweg hinunter zu laufen, dann lauft langsam. Ich habe keine Lust über eure Körper zu fallen, die dann so doof im Weg rumliegen.
3) Es war ein Spaßlauf. Kein Wettkampf! Und auch bei einem Wettkampf achtet man auf seine Mitmenschen. Leute wat is mit euch?!

Na jedenfalls war ich auf den letzten 500 Metern plötzlich wie beflügelt. Ich sah das Ziel, ich wollte da durch und lief schneller. Gemeinsam mit Katha bin ich über die Ziellinie gerannt. Wir haben beide gestrahlt, waren glücklich, stolz und nass geschwitzt in unserem Sucheroutfit.

Ja, die 5km sind wir schon öfter gelaufen, aber das Gefühl gestern war ein anderes. Einfach total gut!
Die Versorgung war auch super. Trotz der Menschenmassen bekamen wir schnell etwas zu trinken und Obst. Wirklich sehr gut. Anstelle einer Medaille, wie angekündigt, gab es eine Mini-Plastik Taschenlampe. Aber hey! Ich persönlich brauche keine Medaille. Das ist völlig okay.

Insgesamt war es eine schöne, erste Erfahrung. Ich halte meine erste Startnummer in Ehren und bin stolz wie Bolle. Und das alles nur, weil die Cwester gefragt hat. Ach ... soviel Liebe.

So! Bis ganz bald mal!
Polly

Annas Erfahrungsbericht: Imperial Halloween Run 2016

Gestern war es tatsächlich soweit und unser erster gemeinsamer Lauf stand vor der Türe: der "Imperial Halloween Run" im Landschaftspark Nord. Zu zweit machten wir uns auf den Weg, um Polly zu Hause einzusammeln. Dort angekommen, zog ich mir noch im Auto mein Kostüm an: Quidditchspieler, um genau zu sein Sucher, wer denn auch sonst? Denn genau das war der gemeinsam ausgeheckte Plan: Polly und ich, die Sucher, verfolgen den goldenen Schnatz. Diese wunderbare Rolle übernahm der Freund, weil der eben viel schneller ist.
Nachdem Polly abgeholt war, machten wir uns auch schon auf dem Weg zum Landschaftspark, wo es dann hinterher ein ziemliches Gewusel war. Trotzdem sah einfach alles atemberaubend aus. Wir, als Pottkinder, stehen glaub ich beide sehr auf diese Industrie, die Hochöfen und die Vergangenheit die in diesen steckt.
Wir holten uns unsere Startnummern ab, bereiteten uns vor und machten noch ein paar Fotos bei Tageslicht, denn 20 Minuten später war es, als hätte jemand das Licht ausgeschaltet.
Eigentlich wollten wir uns gern den Start der Bambinis anschauen, da wir jedoch alle nochmal Dinge erledigen mussten, haben wir den Start leider verpasst.
Wir begaben uns auch schon mal auf die Strecke, denn Gott sei dank sind Start und Zielgerade voneinander getrennt. Nach und nach gesellten sich einige weitere Läufer zu uns. Einige in ganz normalem Läuferoutfit, andere in fast schon atemberaubenden Kostümen. Krass!

Am Start wartend, wurde die Aufregung größer und größer - zumindest bei mir. Tausende Fragen prügelten sich in meinem Kopf umeinander: "Springt jemand aus dem Gebüsch? Werde ich einen Herzinfarkt kriegen? Werde ich schreiend und panisch eine neue Bestzeit laufen?" Ich konnte es mir richtig vorstellen, wie ich, die Arme hochgerissen, schreiend ins Ziel renne und dort zusammen klappe. Denn leider habe ich die Tatsache, dass es an Halloween ja doch meist gruselig wird, ein wenig außer acht gelassen.

Nach einem kurzen und wirklich nicht besonders spektakulären Warm-Up, stellten sich die meisten Läufer in Position. Wir waren eher noch ein wenig wirr, positionierten uns jedoch auch irgendwie und dann ging es los. Alle zählten von 10 runter und dann? Es ging los.
Viele stellen sich ja bei so einem Lauf vor, dass es nach dem Startschuss direkt los geht. Dies ist jedoch in den meisten Fällen einfach nicht der Fall. Alle knubbeln sich über die Startlinie und dann verbringen alle den nächsten Kilometer damit, sich irgendwie zurecht zufinden.

Kurz nach der Startlinie liefen wir los. Freund und Polly hinter mir, aus welchem Grund auch immer und links von mir ein Schlagloch, in welches ich natürlich sofort tritt. Ein Glück, dass nichts passiert ist - das wär ja ein kurzes Vergnügen geworden.
Es ging zwischen den Hochöfen hindurch in die nähere Umgebung. Ein kleines Gefälle hinunter und dann direkt nach Rechts ins Dickicht. Zur Absperrung standen Fackeln und Grablichter bereit. Es war eine tolle Atmosphäre.
Schwierig auf dem ersten Kilometer war für mich, dass die schnellen Läufer von hinten alle überholten und auch auf engen Wegen keine Rücksicht auf Verluste nahmen. Ich war wirklich kurz genervt, da es ja absolut duster und eng war. Undzwar viel zu eng um wirklich zu überholen. Die Frage die aufplöppte: "Wenn ich weiß, dass ich so schnell bin, wieso ordne ich mich dann nicht weiter vorne ein?"
Aber nun gut, es lockerte sich dann irgendwann auf und ab da war es dann tatsächlich auch sehr schön. Mit meiner Taschenlampe leuchtete ich uns den Schotterweg und zu unserer Erleichter- und Verwunderung, sprangen keine Zombies, Geister oder Massenmörder einfach so aus Büschen. Bei Meter 1500, liefen wir alle durch einen Tunnel an dessen Ende ein Mann mit einer Kettensäge auf uns wartete. Danach kam dann der erste Berg, an dem wir Motte mit ihrem Vater kennenlernten, der uns sagte, dass wir schon über die Hälfte geschafft hatten. Super gut, das Ziel ist schon nahe. Uns trennten an dieser Stelle nur noch ungefähr alle Berge, die es im Landschaftspark gibt.
Ein wirklich tolles Bild war, als die meisten Läufer den Berg schon geschafft haben. Wir, die noch unten an der Böschung liefen, hatten einen tollen Blick auf eine glitzernde und leuchtende, funkelnde Läuferschlange im Wald. Vor dem ersten, richtigen Berg, heizte uns eine Samba-Gruppe aus Essen richtig ein. Ich war direkt motiviert und habe dies natürlich auch direkt an Polly weitergegeben: "Den Berg schaffen wir locker!"
Oben angekommen ging es eine zeit lang flach weiter, bevor es wieder ein Stück nach unten ging. Und dann? Dann kam der Todesberg.
Ich hörte von neben mir: "Den Berg geh ich!" Komplett übermotiviert und die Situation überhaupt nicht gut einschätzend erwiderte ich: "Wir sind schon fast am Ziel! Wir laufen den Berg, das schaffen wir!" UND WIR LIEFEN DEN BERG! Nachdem wir oben angekommen waren, war mir erstmal richtig schlecht, aber wir blieben beide dran. Mega gut! Allein das war eine tolle Leistung.
Ich schätze es war auf den letzten 700 Metern, als es einen Berg wieder hinunter ging. Der Berg war steil und überall standen Schilder, die auf gedrosselte Geschwindigkeit hinwiesen, was die meisten Läufer auch wirklich gut umgesetzt haben (Polly, you know what I'm talking about!).

Dann ging es auf die Zielgerade. Hier merkte ich, dass ich viel mehr Outfit anhatte als sonst. Mir war unglaublich warm und schwitzig zu Mute. Polly rannte schon fast voraus, ich rannte hinterher und gemeinsam überquerten wir nach 35 Minuten und 12 Sekunden die Ziellinie.

Was für ein Lauf!
Mir persönlich hat es sehr gut gefallen. Es war wirklich mal etwas anderes in Mitten von Fackeln und Grablichtern zu laufen. Und ich bin dankbar. Dankbar dafür, dass mich niemand zu Tode erschreckt hat. Dankbar dafür, dass Team Gryffindor gemeinsam über die Ziellinie gelaufen ist und dankbar dafür, dass wir den goldenen Schnatz-Freund nicht gekriegt haben. Denn wenn der Schnatz nicht gefangen wird, dann ist es auch noch nicht vorbei.

In diesem Sinne: Happy Running!
Anna